Ein See, vier sehr verschiedene Ufer
Der Gardasee ist Italiens größter See und verteilt sich auf drei Regionen: Der Norden um Riva del Garda und Torbole gehört zum Trentino, das Westufer mit der Provinz Brescia zur Lombardei, das Ostufer mit der Provinz Verona zu Venetien. Im Norden liegt der See schmal zwischen steilen Bergen, nach Süden öffnet er sich zu einem weiten Becken zwischen sanften Moränenhügeln, die Gletscher aufgeschüttet haben. Diese Form bestimmt fast alles, was einen Urlaub ausmacht: wie stark der Wind weht, wie Sie anreisen, ob Sie eher wandern, segeln oder Wein probieren und wo die Sonne am Abend steht.
| Ufer | Landschaft | Typische Orte | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Norden (Trentino) | Felswände, schmaler See, verlässlicher Wind | Riva del Garda, Torbole, Arco im Hinterland | Surfen, Segeln, Klettern, Radfahren |
| Süden | weites Becken, Moränenhügel, Weinbau | Sirmione, Desenzano, Peschiera | Familien, Bahnreisende, Kurzurlaub, Lugana |
| Westen (Lombardei) | steile Ufer, Zitronengärten, Hochebenen | Salò, Gardone Riviera, Gargnano, Limone | Ruhe, Kultur, kleine Orte |
| Osten (Venetien) | Monte Baldo, Olivenhaine, lange Uferlinie | Malcesine, Torri del Benaco, Garda, Bardolino, Lazise | Wandern, Abendsonne, Bardolino und Chiaretto |
Das Nordufer: Berge, Wind und Sport
Zwischen Riva del Garda und Torbole ragen die Berge direkt aus dem Wasser, und zwei Winde bestimmen hier den Tag. Laut dem Tourismusverband Garda Trentino weht der Pelèr von etwa 22 Uhr bis 10.30 oder 11 Uhr von Norden nach Süden, das ganze Jahr über und mit 5 bis 10 Metern pro Sekunde. Die Ora setzt gegen 11 Uhr ein, kommt von Süden und hält bis Sonnenuntergang an, typischerweise von März bis Oktober. Entsprechend dicht ist das Angebot an Surf-, Kite- und Segelschulen in Torbole und Riva; ein Beispiel stellt die Redaktion mit Surf Segnana in Torbole vor.
Auch an Land ist der Norden sportlich: Um Arco und Riva beginnen Klettersteige, die alte Ponale-Straße führt Wanderer und Radfahrer von Riva hinauf Richtung Ledrotal, und am Ostufer bringt die Seilbahn von Malcesine Sie auf den Monte Baldo. Garda Trentino gibt für den nördlichen See Wassertemperaturen von etwa 18,5 Grad im Juni und um 23 Grad im Juli und August an. Wichtig für Badegäste: Vor dem Zentrum von Riva sind Schwimmen und Windsurfen nicht erlaubt, weil dort die Linienschiffe verkehren. Passt zu: Aktiven, die den Tag nach dem Wind planen, und allen, die mit der Bahn über den Brenner anreisen, denn vom Bahnhof Rovereto fahren Busse nach Torbole und Riva.
Das Südufer: weit, offen und gut erreichbar
Im Süden wird der See breit, und hinter den Orten beginnen die Hügel des großen Moränenamphitheaters. Sirmione liegt auf einer schmalen Halbinsel, Desenzano und Peschiera haben Bahnhöfe an der Strecke zwischen Mailand und Verona. Laut Arriva sind die Busse ab dem Bahnhof Desenzano im Sommer auf die Ankünfte der Züge aus Mailand und Verona abgestimmt, und für die Altstadt von Sirmione setzt der Betreiber einen eigenen Shuttlebus ab Colombare ein. Von Desenzano und Peschiera fahren in der Saison auch die Linienschiffe der Navigazione Laghi bis hinauf nach Riva.
Zwischen Desenzano, Sirmione, Lonato, Pozzolengo und Peschiera wächst auf Lehmböden der Lugana, ein Weißwein aus der Rebsorte Turbiana; am südöstlichen Ufer beginnt das Gebiet des Bardolino. Kurze Wege, sanfte Hügel statt Steilküste und die gute Anbindung machen den Süden für Familien und Kurzurlauber bequem. Die Kehrseite: Im Juli, im August und an Wochenenden ist hier am meisten los. Passt zu: Familien, Bahnreisenden und allen, die Wein, Baden und Ausflüge ohne Bergstraßen verbinden wollen. Eine Unterkunft zwischen Weinbergen stellt die Redaktion mit Selva Capuzza vor.

Das Westufer: Zitronengärten, Villen und stille Hochebenen
Das lombardische Westufer zwischen Salò und Limone trägt auch den Namen Riviera dei Limoni. Die Berge fallen steil zum See ab, die Uferstraße verläuft streckenweise direkt über dem Wasser. Salò ist der Busknoten Richtung Brescia, in Gardone Riviera liegt der Vittoriale degli Italiani, das Anwesen, das sich der Dichter Gabriele D'Annunzio zwischen 1921 und 1938 schuf. Gargnano und Limone erzählen mit ihren Limonaie, den Zitronengärten mit hohen Steinpfeilern, von der Zitruskultur am See. Darüber liegen die Hochebenen von Tignale und Tremosine mit Weilern, Wiesen und Aussichtspunkten.
Ganz im Süden des Westufers, zwischen Salò und Desenzano, wird die Landschaft weicher: Die Valtènesi ist Hügelland mit Weinbergen, Olivenhainen und einem eigenen Rosé. Weil das Westufer nach Osten schaut, verschwindet die Sonne am Abend früher hinter den Bergen, dafür beginnt der Tag mit Licht über dem Wasser. Passt zu: Ruhesuchenden, Paaren, Kulturinteressierten und allen, die lieber in kleinen Orten als in großen Badeorten wohnen. Ein Beispiel ist Villa Giulia in Gargnano.
Das Ostufer: Monte Baldo, Olivenhaine und Abendsonne
Am venetischen Ostufer begleitet der lange Rücken des Monte Baldo den See bis zur Landzunge von Punta San Vigilio bei Garda. Malcesine mit der Talstation der Seilbahn, die Ortsteile von Brenzone, Torri del Benaco, Garda, Bardolino und Lazise reihen sich an der östlichen Uferstraße, die laut ATV die Buslinien 483 und 484 durchgehend bedienen. Zwischen den Orten wachsen Olivenbäume, um Bardolino, Garda und Lazise beginnt das Weinbaugebiet des Bardolino und des Rosés Chiaretto.
Weil das Ostufer nach Westen schaut, liegt es am Nachmittag und Abend in der Sonne. Von Torri del Benaco setzt auch im Winter eine Autofähre nach Maderno am Westufer über, so lassen sich beide Seiten verbinden. Passt zu: Wanderern, Genießern, Familien im mittleren und südlichen Teil und allen, die gern abends am Wasser sitzen.

Welches Ufer passt zu welcher Reise?
- Surfen, Segeln, Klettern: Norden, mit Torbole oder Riva als Basis.
- Familien mit kleinen Kindern: Süden oder südliches Ostufer um Lazise, Bardolino und Garda, mit Schiff und Bus vor der Tür.
- Anreise mit dem Zug: Süden über Desenzano oder Peschiera, Norden über Rovereto.
- Wandern: Ostufer mit dem Monte Baldo oder die Hochebenen von Tignale und Tremosine.
- Wein und Olivenöl: Süden mit Lugana, Südosten mit Bardolino, Südwesten mit der Valtènesi.
- Ruhe: oberes Westufer zwischen Gargnano und Limone, außerhalb der Hauptferien.
Wenn Sie noch zwischen Gardasee, Toskana und Amalfiküste schwanken, hilft der Regionen-Test.
Zwei Standorte kombinieren
Bei einer Woche oder mehr lohnt es sich, zwei Ufer zu kombinieren, etwa vier Nächte im Norden für Sport und Berge und drei Nächte im Süden für Wein, Sirmione und die bequeme Rückreise mit dem Zug. Die Linienschiffe verbinden Riva und Desenzano in der Saison direkt, mit den Schnelldiensten schneller, gegen Zuschlag. Wie das ohne eigenes Auto funktioniert, beschreibt der Beitrag Gardasee ohne Auto. Ruhige Ziele an allen Ufern finden Sie unter Gardasee abseits der bekannten Orte, Aktivitäten von Segelkurs bis Klettersteig unter Segeln, Wandern, Monte Baldo.






