Drei Arten, aufs Wasser zu kommen
Vom Meer aus zeigt die Amalfiküste, wie steil sie gebaut ist: Häuser, Kirchen und Zitronengärten stapeln sich über schmalen Stränden, dazwischen öffnen sich Grotten und Buchten, die von der Straße aus unsichtbar bleiben. Für einen Tag auf dem Wasser gibt es drei Wege, die sich in Preis, Freiheit und Planung deutlich unterscheiden.
Die Linienfähre ist die einfachste Art, die Küste vom Meer aus zu sehen. Travelmar fährt laut Fahrplan das ganze Jahr zwischen Salerno, Vietri sul Mare, Cetara, Maiori, Minori, Amalfi und Positano; die Strecke von Amalfi nach Positano dauert rund 25 Minuten. Die Reederei bietet daraus auch einen Tagesausflug an: Ab Salerno geht es nach Positano, nach rund drei Stunden Aufenthalt weiter nach Amalfi und am Abend zurück. Badepausen gibt es dabei nicht, dafür ist die Fahrt planbar und vergleichsweise günstig. Weitere Reedereien verbinden Positano und Amalfi mit Sorrent und Capri.
Die geteilte Tour ist ein Bootsausflug mit festem Programm, den Sie gemeinsam mit anderen Gästen buchen. Typisch sind Fahrten entlang der Küste mit Badestopps, einem Halt an der Grotta dello Smeraldo und Zeit an Land in Amalfi oder Positano. Sie zahlen pro Person, teilen aber das Boot und richten sich nach dem Ablauf.
Das private Boot mieten Sie mit Skipper für einen halben oder ganzen Tag. Route, Badebuchten und Pausen stimmen Sie selbst ab. Viele Anbieter haben neben Motorbooten auch den Gozzo im Programm, das traditionelle Holzboot der Gegend mit offenem Deck. Bei Lucibello in Positano etwa gehören Gozzi, Motorboote und Yachten zur Flotte, für größere Gruppen gibt es ein Schiff für bis zu 40 Personen. Kleine Schlauchboote bis 40 PS können Sie dort laut Anbieter auch ohne Bootsführerschein mieten; ohne Erfahrung auf dem Wasser empfiehlt sich trotzdem ein Skipper.
Was Sie vom Wasser aus sehen
Positano und die Inseln Li Galli. Vor Positano liegen drei kleine Inseln, Gallo Lungo, La Castelluccia und La Rotonda. Der Legende nach lebten hier die Sirenen, die Odysseus mit ihrem Gesang verführen wollten. Die Inseln sind in Privatbesitz, ein Landgang ist für Ausflugsgäste nicht vorgesehen. Die Gewässer gehören zum Meeresschutzgebiet Punta Campanella: Die Zone rund um die Inseln ist als allgemeines Schutzgebiet ausgewiesen, die Untiefe westlich davon als Zone mit vollständigem Schutz, in der besonders strenge Regeln gelten.
Der Fiordo di Furore. Zwischen Praiano und Conca dei Marini schneidet eine enge Schlucht tief in die Felsen, die Küstenstraße überspannt sie auf einer Bogenbrücke. Vom Boot aus sehen Sie, wie schmal der Einschnitt ist und wie hoch die Wände aufragen. Ob der kleine Strand am Grund der Schlucht zugänglich ist, entscheidet die Gemeinde je nach Gefahr durch Steinschlag; zeitweise war er in den vergangenen Jahren gesperrt.
Die Grotta dello Smeraldo. Die Grotte bei Conca dei Marini wurde 1932 von dem Fischer Luigi Buonocore entdeckt. Licht fällt durch einen Spalt unter der Wasseroberfläche ein und färbt das Wasser smaragdgrün, Tropfsteine bilden Säulen. Seit 1956 steht auf dem Grund eine Krippe aus Keramik. In die Grotte fahren Sie in einem Ruderboot; die Besichtigung dauert laut Anbietern rund 20 Minuten und kostet extra, zu Spitzenzeiten müssen Sie warten. Laut dem staatlichen Tourismusportal Italiens ist die Grotte täglich von 9 bis 14.40 Uhr geöffnet (Stand Oktober 2026), prüfen Sie die Zeiten trotzdem vor dem Ausflug.
Dazu kommen die Ortsbilder von Amalfi und Atrani vom Meer aus, Wachtürme aus dem 16. Jahrhundert auf den Felsnasen, die einst vor Angriffen aus dem Meer warnten, und kleine Buchten, die vom Wasser aus am besten erreichbar sind.

Geteilte Tour oder privates Boot: worauf es ankommt
- Abfahrtsort: Die meisten Touren starten in Positano, Amalfi oder Salerno; private Anbieter holen Sie teils auch in anderen Häfen ab.
- Dauer und Landgang: Ganztagestouren lassen oft mehrere Stunden Zeit in Amalfi oder Positano. Wer vor allem baden möchte, wählt eine Halbtagestour mit mehr Stopps im Wasser.
- Leistungen: Klären Sie, ob Treibstoff, Getränke, Handtücher und Schnorchelausrüstung enthalten sind und ob Eintritte wie das Ruderboot in der Grotta dello Smeraldo extra kosten.
- Essen an Bord: Manche Anbieter erlauben kein mitgebrachtes Essen und organisieren stattdessen ein Picknick oder reservieren ein Restaurant am Wasser.
- Buchung: In der Hochsaison sind Boote früh vergeben. Bei Lucibello etwa gilt für Online-Buchungen eine Vorlaufzeit von mindestens drei Tagen.
- Absage: Fragen Sie vorab, was bei schlechtem Wetter passiert, ob es einen Ersatztermin, eine Erstattung oder einen Gutschein gibt.
Sicherheit an Bord
Ein seriöser Anbieter hat Rettungsmittel für Erwachsene und Kinder an Bord und zeigt vor der Abfahrt, wo sie liegen. Fragen Sie bei kleinen Kindern nach passenden Rettungswesten. Gebadet wird nur dort, wo der Skipper es freigibt, und nie in der Nähe von Fähranlegern. Wer zu Seekrankheit neigt, denkt an ein Mittel gegen Übelkeit; auch Lucibello weist ausdrücklich darauf hin.
Wenn Sie selbst ein Boot steuern, gelten die Regeln des Meeresschutzgebiets und der örtlichen Hafenbehörden: Abstand zu Badezonen, langsame Fahrt nahe der Küste und kein Ankern in geschützten Bereichen. Lassen Sie sich die Regeln bei der Übergabe erklären. Für Notfälle auf See ist die italienische Küstenwache unter der Nummer 1530 erreichbar.

Wetter und Jahreszeit
Die Bootssaison an der Amalfiküste läuft vor allem von Frühling bis Herbst. Zum Baden ist das Meer im Sommer am angenehmsten: Die mittlere Wassertemperatur liegt im Juli und August bei rund 26 Grad, im Juni und September bei rund 24 bis 25 Grad, im Oktober bei rund 21 bis 22 Grad und im Mai bei rund 19 Grad.
Entscheidend ist der Seegang. Bei Wind und Wellen ändern Skipper die Route, verkürzen die Fahrt oder sagen ab, und auch Fähren können ausfallen. Besuche der Grotta dello Smeraldo können bei rauer See ebenfalls ausfallen. Halten Sie deshalb für einen Bootstag einen Ausweichtag frei, besonders im Frühjahr und Herbst.
Den Bootstag gut planen
Kombinieren Sie Wasser und Land: etwa mit dem Bus nach Amalfi, mit dem Boot nach Positano und am Abend mit der Fähre zurück. Wer am Vortag den Sentiero degli Dei gegangen ist, sieht die Hänge vom Meer aus mit anderen Augen. Packen Sie Sonnenschutz, Kopfbedeckung, Badesachen, eine leichte Jacke für die Rückfahrt und etwas Bargeld für das Ruderboot in der Grotte ein. Wie Sie ohne Auto zu den Häfen kommen, steht im Beitrag Amalfiküste ohne Mietwagen, einen Überblick über Orte und Reisezeit finden Sie auf der Seite Amalfiküste.




