Reisetasche und Strohhut auf einer Steinmauer über einem toskanischen Tal am Morgen (Symbolbild)
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Reisen und Regionen · Toskana

Toskana in sieben Tagen: eine Route mit Orten, Entfernungen und Planungstipps

Florenz, San Gimignano, Chianti, Siena und Val d'Orcia in sieben Nächten: eine Route mit kurzen Etappen, festen Standorten und allem, was Sie zu ZTL, Parken und Mietwagen wissen sollten.

Die FrageWie plane ich eine Woche Toskana, ohne die halbe Zeit im Auto zu sitzen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Fünf Standorte in sieben Nächten genügen: Florenz, San Gimignano, Radda in Chianti, Siena und Pienza im Val d'Orcia.
  • Den Mietwagen übernehmen Sie erst, wenn Sie Florenz verlassen; in der Stadt selbst brauchen Sie ihn nicht.
  • Florenz und Siena sperren ihre Altstädte als ZTL mit Kameras; wer dort wohnt, lässt sein Kennzeichen über die Unterkunft melden.
  • Jede Etappe dauert höchstens gut eine Stunde reine Fahrzeit, nur die Rückfahrt zum Flughafen Florenz ist länger.
  • Am angenehmsten sind April bis Juni sowie September und Oktober; im Juli und August liegen die mittleren Höchstwerte in Florenz über 31 Grad.

Die Route im Überblick

Eine Woche Toskana scheitert selten an zu wenig Sehenswertem, sondern an zu vielen Hotelwechseln und zu langen Etappen. Diese Route setzt deshalb auf fünf Standorte, die nah beieinander liegen: zwei Nächte Florenz ohne Auto, je eine Nacht in San Gimignano, im Chianti und in Siena, zum Schluss zwei Nächte im Val d'Orcia. Am achten Morgen geht es zurück zum Flughafen. Die einzelnen Etappen dauern eine knappe bis gut eine Stunde, sodass jeder Ortswechsel bis zum Mittag erledigt ist und der Nachmittag dem Ziel gehört.

NächteStandortAnreiseSchwerpunkt
1 und 2FlorenzStraßenbahn T2 vom Flughafen, etwa 20 MinutenAltstadt, Museen, Oltrarno
3San Gimignanogut eine Stunde ab Flughafen FlorenzTürme, Abendstimmung
4Radda in Chiantirund eine Stunde über LandstraßenWeingüter, Verkostung
5Sienaunter einer StundePiazza del Campo, Dom
6 und 7Pienza im Val d'Orciarund eine StundePienza, Montalcino, Bagno Vignoni

Die Karte zu diesem Beitrag zeigt die Etappen mit den berechneten Straßenentfernungen. Rechnen Sie auf den Landstraßen mit vielen Kurven, Traktoren und Radfahrern und planen Sie lieber großzügig: Eine Etappe, die auf dem Papier 50 Minuten dauert, braucht mit Fotostopp und Kaffee leicht doppelt so lange.

Interaktive Route

5 Stationen, 7 Nächte, rund 205 km und 3 Std. 55 Min. reine Fahrzeit

1Florenz2San Gimignano3Radda in Chianti4Siena5Pienza (Val d'Orcia)
  1. Zwei Tage zu Fuß: Dom, Uffizien und Palazzo Vecchio am ersten, Palazzo Pitti und die Werkstätten des Oltrarno am zweiten Tag. Ein Auto brauchen Sie hier nicht, die Straßenbahn T2 verbindet Flughafen und Zentrum.

    Weiter nach San Gimignano: rund 59 km, etwa 1 Std.

  2. Mietwagen am Flughafen Florenz übernehmen und am frühen Nachmittag ankommen. Wenn die Tagesbesucher fort sind, gehören Ihnen die Gassen zwischen den 14 erhaltenen Türmen.

    Weiter nach Radda in Chianti: rund 40 km, etwa 55 Min.

  3. Über Castellina ins Herz des Chianti Classico, am Nachmittag eine gebuchte Verkostung. Übernachten Sie auf einem Weingut, damit danach niemand mehr fahren muss.

    Weiter nach Siena: rund 38 km, etwa 45 Min.

  4. Das Auto im Parkhaus am Rand der Altstadt abstellen oder ein Hotel mit eigenem Parkplatz wählen. Abends die Piazza del Campo, morgens Dom und Gassen, bevor die Gruppen kommen.

    Weiter nach Pienza (Val d'Orcia): rund 68 km, etwa 1 Std. 15 Min.

  5. Zwei Tage im Val d'Orcia: Pienza und Montepulciano an einem Tag, Montalcino und Bagno Vignoni am anderen. Am Abreisetag rund zwei Stunden bis zum Flughafen Florenz einplanen.

Straßenentfernungen und Fahrzeiten: OpenStreetMap-Routing (OSRM), Stand Oktober 2026, ohne Pausen und Verkehr. Karte: Natural Earth.

Tag 1 und 2: Florenz zu Fuß

Florenz ist eine Stadt für die Füße. Vom Flughafen in Peretola fährt die Straßenbahnlinie T2 in etwa 20 Minuten zur Piazza dell'Unità neben dem Bahnhof Santa Maria Novella; ein Auto brauchen Sie in diesen beiden Tagen nicht. Das historische Zentrum steht seit 1982 auf der Welterbeliste der UNESCO, und auf engem Raum liegen Dom, Uffizien und Palazzo Vecchio, auf der anderen Seite des Arno der Palazzo Pitti mit den Boboli-Gärten.

Buchen Sie für die großen Museen Zeitfenster im Voraus und verteilen Sie sie auf zwei Vormittage. Den Nachmittag des zweiten Tages können Sie im Oltrarno verbringen, dem Viertel um Santo Spirito und San Frediano, in dem noch Vergolder, Buchbinder und Goldschmiede arbeiten. Wie Sie dort Werkstätten besuchen, ohne zu stören, beschreibt der Beitrag Florenz jenseits der Museen. Wer selbst kochen möchte, findet im selben Viertel die Kochschule In Tavola mit Kursen für Pasta und ganze Menüs.

Tag 3 und 4: San Gimignano und das Chianti

Am dritten Morgen fahren Sie mit der Straßenbahn zurück zum Flughafen und übernehmen dort den Mietwagen. Das hat einen handfesten Grund: Die Mietwagenstationen liegen außerhalb der Altstadt, und Sie kommen nicht in Versuchung, durch die Verkehrszone zu fahren. Über die Schnellstraße Richtung Siena erreichen Sie San Gimignano in gut einer Stunde.

San Gimignano lohnt die Übernachtung, weil sich die Gassen am Abend leeren, wenn die Tagesbesucher abgefahren sind. Die Patrizierfamilien der Stadt bauten laut UNESCO einst rund 72 Wohntürme, 14 davon sind erhalten. Parken Sie auf den ausgeschilderten Plätzen vor der Stadtmauer und klären Sie mit Ihrer Unterkunft, ob Sie zum Ausladen hineinfahren dürfen.

Am vierten Tag führt die Etappe über Castellina nach Radda in Chianti, rund eine Stunde auf kurvigen Straßen. Hier steht der Wein im Mittelpunkt: Buchen Sie eine Verkostung für den Nachmittag und übernachten Sie auf einem Weingut, damit danach niemand mehr fahren muss. Ein Beispiel ist das Castello di Volpaia nördlich von Radda, das Zimmer im befestigten Dorf vermietet. Was der schwarze Hahn auf den Flaschen bedeutet, erklärt der Beitrag Chianti Classico verstehen.

Kurvige Landstraße zwischen Weinbergen im Chianti (Symbolbild)
Kurvige Landstraße zwischen Weinbergen im Chianti (Symbolbild)

Tag 5: eine Nacht in Siena

Von Radda nach Siena brauchen Sie weniger als eine Stunde. Siena hat laut UNESCO seine gotische Gestalt aus dem 12. bis 15. Jahrhundert bewahrt, die ganze Stadt ist um die Piazza del Campo gebaut; seit 1995 ist das Zentrum Welterbe. Eine Nacht genügt für den Campo am Abend und Dom und Gassen am frühen Morgen, bevor die Tagesgruppen eintreffen.

Das Auto bleibt draußen. Die Altstadt ist Verkehrszone, die Einfahrten werden elektronisch überwacht. Die städtische Parkgesellschaft Si.Ge.Ri.Co. betreibt Parkhäuser und Plätze am Rand des Zentrums, darunter Il Campo, Santa Caterina, Stadio-Fortezza und San Francesco; zu mehreren gehören Rolltreppen hinauf in die Oberstadt. Ein Hotel mit eigenem Parkplatz innerhalb der Mauern ist die Ausnahme: Das Palazzo Ravizza etwa lässt Gäste nur über die Porta San Marco zufahren und rät ausdrücklich davon ab, dem Navigationsgerät zu folgen.

Gasse in einer mittelalterlichen Stadt der Toskana am Abend (Symbolbild)
Gasse in einer mittelalterlichen Stadt der Toskana am Abend (Symbolbild)

Tag 6 und 7: das Val d'Orcia

Die letzte Etappe führt in rund einer Stunde nach Süden ins Val d'Orcia, das die UNESCO 2004 als Kulturlandschaft aufgenommen hat. Als Standort eignet sich Pienza oder ein Hof in der Umgebung: Montalcino, Montepulciano, San Quirico d'Orcia und Bagno Vignoni liegen jeweils nur eine kurze Fahrt entfernt. Ein Familienbetrieb mit Apartments ist zum Beispiel das Agriturismo Cretaiole bei Pienza.

Teilen Sie die beiden Tage nach Himmelsrichtung auf: einen Tag Pienza und Montepulciano im Osten, den anderen Montalcino mit einem Abstecher zum warmen Becken von Bagno Vignoni. Einzelheiten stehen im Beitrag Val d'Orcia in Ruhe erleben. Für die Rückfahrt zum Flughafen Florenz sollten Sie rund zwei Stunden und einen Puffer für die Rückgabe des Mietwagens einplanen.

ZTL, Parken und Mietwagen: was Sie vorab klären

Die größte Kostenfalle einer Toskana-Rundreise ist die Zona a traffico limitato, kurz ZTL. In Florenz gilt sie laut dem offiziellen Tourismusportal der Stadt montags bis freitags von 7.30 bis 20 Uhr und samstags von 7.30 bis 16 Uhr, sonntags und an Feiertagen nicht. Vom ersten Donnerstag im April bis zum ersten Sonntag im Oktober kommt donnerstags bis samstags eine Nachtzone von 23 bis 3 Uhr hinzu (Stand Oktober 2026). Kameras erfassen die Kennzeichen an den Einfahrten.

  • Hotel in der Zone: Geben Sie Ihr Kennzeichen an der Rezeption an, das Hotel meldet es der Stadtpolizei. Fragen Sie schon vor der Anreise nach der kürzesten Route hinein und hinaus.
  • Nur Gepäck abladen: Wer in Florenz nur auslädt und nicht im Hotel oder in einer Garage parkt, darf laut Stadtportal höchstens drei Stunden in der Zone bleiben. Klären Sie auch das mit der Unterkunft.
  • Parken: Plätze außerhalb der Zone sind günstiger als Garagen im Zentrum. Das Florentiner Portal nennt etwa den Parkplatz Parterre an der Piazza della Libertà mit Busanbindung sowie Parkplätze an den Straßenbahnlinien wie Villa Costanza.
  • Mietwagen: Übernehmen Sie das Auto erst, wenn Sie Florenz verlassen, und geben Sie es am Flughafen zurück. Ein Verstoß gegen die ZTL fällt oft erst Wochen später auf, wenn der Bescheid kommt.

Auch Pisa ist ein guter Startpunkt. Vom Flughafen fährt der People Mover zum Bahnhof Pisa Centrale, von dort geht es mit dem Zug nach Florenz. Die Mietwagenstationen in Pisa liegen laut regionalem Tourismusportal rund 500 Meter vom Terminal entfernt, falls Sie den Wagen dort übernehmen und zurückgeben möchten.

Reisezeit und Varianten

Die Klimawerte für Florenz zeigen, warum Frühjahr und Herbst die beste Wahl sind: Im Mai liegt die mittlere Tageshöchsttemperatur bei knapp 24 Grad, im Juli und August bei über 31 Grad (Mittel 1971 bis 2000, Station Peretola). Im September und Oktober wird im Chianti und im Val d'Orcia gelesen. Manche Landunterkünfte schließen im Winter, prüfen Sie die Saison bei der Buchung. Das Werkzeug Reisezeit zeigt die Monate im Vergleich.

  • Weniger Hotelwechsel: Besuchen Sie San Gimignano als Ausflug und bleiben Sie dafür zwei Nächte im Chianti.
  • Mehr Ruhe: Streichen Sie die Nacht in Siena und fahren Sie als Tagesausflug aus dem Chianti hin; Radda liegt weniger als eine Stunde entfernt.
  • Ohne Auto: Florenz, Siena und Lucca erreichen Sie mit Bahn und Bus. Das Chianti und das Val d'Orcia erschließen sich ohne Auto dagegen nur mit organisierten Touren.

Ob für Ihre Reise eher ein Hof auf dem Land oder ein kleines Stadthotel passt, hilft der Beitrag Agriturismo oder Boutiquehotel zu entscheiden. Einen Überblick über die ganze Region finden Sie unter Toskana.

Adressen zu diesem Beitrag

Kochschule · Florenz

In Tavola

Kochschule im Florentiner Oltrarno nahe Palazzo Pitti: Gruppenkurse für Pasta, Menüs, Pizza und Gelato, dazu Privatstunden.

Weingut · Radda in Chianti

Castello di Volpaia

Befestigtes Weindorf bei Radda in Chianti mit biologisch erzeugtem Chianti Classico, Zimmern, Villen, Osteria und Kochschule.

Hotel · Siena

Hotel Palazzo Ravizza

Historischer Palazzo in Sienas Altstadt, seit den 1920er-Jahren Gästehaus, mit Garten, Rezeption rund um die Uhr und eigenem Parkplatz.

Agriturismo · Pienza

Agriturismo Cretaiole

Biologisch wirtschaftender Familienhof bei Pienza mit acht Apartments, Gemüsegarten, Weinberg und wöchentlichem Pici-Abend.

Häufige Fragen

Reicht eine Woche für die Toskana?

Für Florenz, Siena, das Chianti und das Val d'Orcia ja, wenn Sie sich auf fünf Standorte beschränken. Lucca, Pisa und die Küste bleiben dann für eine zweite Reise. Wer mehr sehen will, verlängert lieber um einige Tage, statt die Etappen zu verlängern.

Brauche ich in Florenz ein Auto?

Nein. Die Altstadt ist eine kameraüberwachte ZTL, und alle wichtigen Ziele liegen in Gehweite. Vom Flughafen fährt die Straßenbahn T2 in etwa 20 Minuten ins Zentrum. Holen Sie den Mietwagen erst, wenn Sie die Stadt verlassen.

Was passiert, wenn ich versehentlich in eine ZTL fahre?

Die Kamera an der Einfahrt erfasst das Kennzeichen, der Bescheid kommt später per Post, bei Mietwagen über den Vermieter. Wohnen Sie in der Zone, lassen Sie Ihr Kennzeichen vor der Einfahrt von der Unterkunft melden und fragen Sie nach der erlaubten Route.

Wann ist die beste Reisezeit für diese Route?

April bis Juni sowie September und Oktober. Dann ist es warm genug für lange Tage draußen, aber nicht so heiß wie im Hochsommer, wenn die mittleren Höchstwerte in Florenz über 31 Grad liegen. Im Herbst kommt die Weinlese im Chianti und im Val d'Orcia hinzu.

Quellen und Bildnachweis

Bilder: KI-generierte Symbolbilder der Redaktion. Sie zeigen typische Szenen, keine bestimmten Häuser oder Personen.

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